Ist die mündliche Kündigung des Arbeitgebers wirksam ?

 

 

Eine mündliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber ist aufgrund der fehlenden Schriftform nach §§ 623, 125 BGB eigentlich unwirksam.

Setzt sich der Arbeitnehmer allerdings nicht "zeitnah" durch Erhebung der Kündigungsschutzklage zur Wehr, so verwirkt er seinen Klageanspruch und auch seinen Weiterbeschäftigungsanspruch.

Im Ergebnis bedeutet dies, daß das Arbeitsverhältnis trotz der eigentlich unwirksamen, mündlichen Kündigung durch den Arbeitgeber nicht mehr fortbesteht und der Arbeitnehmer für die Folgezeit auch keinen Vergütungsanspruch gegen den Arbeitgeber hat.

Die Erhebung der Kündigungsschutzklage innerhalb der 3-Wochen-Frist nach Ausspruch der Kündigung gem. § 4 KSchG ist zwar rein formell nicht erforderlich. Da jedoch die Frage, was eine "zeitnahe" Geltendmachung seiner Rechte vor dem Arbeitsgericht konkret heißen soll und  von den Arbeitsgerichten unterschiedlich beurteilt wird, ist es ratsam, die Kündigungsschutzklage innerhalb der 3-Wochen-Frist vor dem zuständigen Arbeitsgericht zu erheben, auch wenn es sich "nur" um eine mündliche Kündigung des Arbeitgebers handelt.