Unterhaltstitel abändern

Abänderung bestehender Unterhaltstitel

Unterhaltstitel, das heißt gerichtliche Entscheidungen, Vergleiche über Ehegatten- oder Kindesunterhalt und sogenannte Jugendamtsurkunden können grundsätzlich abgeändert werden. Hierzu ist ein Antrag beim zuständigen Amtsgericht einzureichen. Ein derartiger Antrag hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sich die bei Errichtung eines Unterhaltstitels für die Unterhaltsbemessung maßgeblichen Umstände verändert haben.

Ein Abänderungsantrag kann danach also begründet sein: bei wesentlicher Veränderung der Einkommensverhältnisse, bei Geburt weiterer Kinder, bei Veränderung der Düsseldorfer-Tabelle sowie bei Erreichen der nächst höheren Altersstufe des unterhaltsberechtigten Kindes.

Ein Abänderungsantrag für vor 2008 begründete Unterhaltstitel (vorwiegend im Bereich Ehegattenunterhalt) kann auch darauf gestützt werden, daß ab 2008 ein neues Unterhaltsrecht in Kraft getreten ist. So bietet das ab 2008 geltende Unterhaltsrecht im Verhältnis zu der Rechtslage vor 2008 eine weitergehende Möglichkeit der Unterhaltsbegrenzung und Befristung. Außerdem wird das Gericht prüfen, ob eine Abänderungen des Unterhaltstitels für den Unterhaltsberechtigten zumutbar ist.

Sofern Sie die Abänderung bestehender Unterhaltstitel erwägen, sollten Sie zuvor unbedingt anwaltlichen Rat in Anspruch nehmen, damit geprüft werden kann, ob Ihr spezielle Fall unter die gesetzlichen Vorgegebenheiten überhaupt paßt und ausreichende Beweisbelege vorliegen.