Versöhnung und Aussöhnung

 

Versöhnung und Aussöhnung bei Trennung und laufendem Scheidungsverfahren

 

Eine Voraussetzung für die Scheidung ist, daß die Ehegatten seit mindestens einem Jahr getrennt leben.

 

Im Regelfall stellt sich die Trennung so dar, daß ein Ehegatte aus der Ehewohnung auszieht und damit die häusliche Gemeinschaft aufgegeben wird. Durch dieses Getrenntleben wird der Lauf der Jahresfrist in Gang gesetzt.

 

Es kommt immer wieder vor, daß sich die Eheleute nach der Trennung wieder annähern. Teilweise werden sogar Versöhnungsversuche unternommen. Welche Folgen solche Versöhnungsversuche auf diese Jahresfrist haben, regelt § 1567 Abs. 2 BGB.

 

 

 

Danach unterbricht oder hemmt ein Zusammenleben über kürzere Zeit (maximal 3 Monate), welches der Versöhnung der Ehegatten dienen soll, die durch die Trennung in Lauf gesetzte Jahresfrist nicht. Damit will der Gesetzgeber Versöhnungsversuche unterstützen, ohne daß die Eheleute befürchten müssen, daß die zur Scheidung erforderliche Jahresfrist erneut in Lauf gesetzt werden muß, wenn der Versöhnungsversuch scheitern sollte.

 

Haben die Eheleute die häuslichen Gemeinschaft für mehr als drei Monate wieder aufgenommen, geht man von einer echten Versöhnung aus. Trennen sich die Eheleute danach jedoch erneut, so beginnt die Jahresfrist auch von neuem zu laufen.

 

Eine Aussöhnung kann auch noch während des laufenden Scheidungsverfahrens erfolgen.

Sind sich die Eheleute darüber einig, daß ihre Ehe nicht geschieden werden soll, können sie die Scheidungsanträge sogar noch in der letzten mündlichen Verhandlung zurücknehmen.

Das Scheidungsverfahren ist dann beendet.

 

Hat nur ein Ehegatte die Scheidung beantragt, trägt er nach Rücknahme des Antrages die Kosten des Verfahrens. Haben beide Ehegatten einen eigenen Scheidungsantrag gestellt und nehmen diesen zurück, werden die Verfahrenskosten gegeneinander aufgehoben, das heißt, jeder trägt seine außergerichtlichen Kosten (Anwaltskosten) selbst und die Gerichtskosten werden geteilt.